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17.05.2010

Wenn das „Alte Forsthaus“ zum Konzertsaal wird


Jana Lokajová begleitet den Chor aus Opava einfühlsam am Piano. Foto: jp

Von Dietlind Beinßen

Bückeburg. Im ansprechenden Ambiente des Restaurants „Altes Forsthaus“ haben die Schaumburger Märchensänger am Samstagabend gemeinsam mit dem befreundeten Kinder- und Jugendchor Jerabinka aus Opava für eine überaus interessante Begegnung gesorgt.

Unter geradezu liebevoller Leitung von Jaromir Lokaj erwiesen sich im ersten Teil die adretten Tschechinnen als charmantes, geschultes Ensemble, das zu einer jugendfrischen Einheit herangebildet worden ist. Vorwiegend in der Sprache ihrer Heimat brachte die flott angezogene Crew mit rhythmischer Akzentfreudigkeit und Ausdruckswillen so manch Kleinod zu Gehör.

Doch zunächst würdigten die jungen Damen ihr Gastland in deutscher Sprache mit Rutters frisch tönendem „Look at the world“, Mendelssohn Bartholdys ausdrucksvollem „Sonntagmorgen“ und dessen hübsch pointiertem „Ich wollt, meine Liebe ergösse sich“, dem sich der „Gruß“ vom selben Tonmeister anschloss.

Ausreichende Möglichkeiten zur Entfaltung des hell timbrierten Gruppen-Sounds boten die mit Hingabe interpretierten heimischen Volksweisen. Da der Chorchef in den Vorträgen die stilistische Tradition mit pädagogischem Fingerspitzengefühl auszuloten wusste, ergaben sich wirkungsreiche Zusammenklänge. Diese wurden noch durch die einfühlsame Klavierbegleitung von Jana Lokajová gesteigert. Frischer Sound und tänzerische Einschübe gipfelten in fünf Sätzen für Chor und Solistinnen aus Leos Janaceks „Lidová nocturna“.

Nicht nur bei den Gästen war Vielseitigkeit zu bestaunen. Denn auch die durch im Schnitt etwas höhere Altersstufen und die sechsköpfige Männergarde vokal ganz anders gepolten Schaumburger Märchensänger outeten sich in ausgesprochen schicker Mode als sehr vielseitige qualifizierte Gemeinschaft. Die von Sascha Davidovic temperamentvoll dirigierte oder am Piano assistierte große Schar wartete mit einem bunten Programm auf, das von „Oh Happy Day“ und „You´ve Got a Friend“ über Jobims temporeiches „Agua de Beber“ bis zum vielschichtigen „Soon Ah Will Be Done“ reichte.

Stimmkultur und choreographische Raffinesse objektivierten sich während der Vorführungen besonders beglückend. Die kurzweilige Veranstaltung mündete wegen des sehr herzlichen Applauses in einer munteren Zugabe der Tschechen.

© Schaumburg-Lippische Landeszeitung vom 17.5.2010




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