Sascha Davidovic
ist seit September 2009 der neue Chorleiter der Schaumburger Märchensänger - als Nachfolger von Volker Arendts, der in den Schuldienst nach Traben-Trarbach gewechselt ist.
Die Schaumburg-Lippische Landeszeitung schreibt dazu:
In zwei Jahren will er etwas Größeres machen
Bückeburg (rc). Die erste Probe mit seinen Schaumburger Märchensänger hat Sascha Davidovic schon hinter sich. „Es ist immer spannend, etwas Neues zu machen. Was erwartet mich?“, beschreibt er seine Gefühle vor der Probe. Aber es lief gut. „Ich habe ein gutes Gefühl, ich habe sofort Kontakt bekommen“, sagte der neue Chorleiter. Er ist seit dem 1. September Nachfolger von Volker Arendts, der nach über elf Jahren Chorleitertätigkeit an eine Schule in Traben-Trarbach gewechselt ist.
„Ich habe hier eine gute Qualität vorgefunden“, schildert Davidovic die Eindrücke seiner ersten Probe. „Ja, ja, ja, hier ist sehr gut gearbeitet worden in den vergangenen Jahren.“ Nur Knaben- und Männerstimmen würden fehlen: „Da müssen wir besondere Arrangements machen.“ Zunächst gilt es aber, dass sich Chor und Chorleiter näher kennenlernen, was noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Der ursprünglich geplante Auftritt des Konzertchores auf der „Langen Nacht der Kultur“ musste daher abgesagt werden. Alle anderen terminierten Konzerte wie etwa das Weihnachtskonzert am 16. Dezember in der Stadtkirche werden aber stattfinden.
Während eines Pressegesprächs stellte die Musikschule in Form ihres Vorsitzenden Horst Tebbe und Geschäftsführerin Gudrun Wuttke den neuen Chorleiter vor. Er zeichnet zunächst nur für den Konzertchor verantwortlich, während Magdalena Koller und Wolfgang Wicklein weiter Vorchor und Singklasse leiten. Zum Ende des Jahres soll es aber auch hier Veränderungen geben, kündigte Wuttke an. Während Arendts auch noch der musikalische Leiter war, bleibt dieses Amt zunächst unbesetzt, soll aber unter Federführung von Gudrun Wuttke in Absprache mit dem Kollegium künftig auf eine breitere Basis gestellt werden.
Am bisherigen Programm des Chores will der Neue in den kommenden Monaten nicht viel ändern. „Wir werden den Bestand weiterentwickeln.“ Sein Wunsch aber sei es, dass er mit dem Chor in zwei Jahren etwas Größeres machen will: Ein Stück mit Orchester- und Instrumentalbesetzung, eventuell mit einer Kammerbesetzung.
Die Voraussetzungen dafür bringt Davidovic mit. Er ist ausgebildeter Orchesterdirigent, hat bereits mehrere Orchester dirigiert und auch im Opernbereich gearbeitet. „Erfahrungen, die wir bisher nicht an der Schule hatten“, freut sich Gudrun Wuttke auf frischen Wind durch den Neuen.
Frischer Wind und Nachwuchswerbung ist aber auch nötig, wie Tebbe während des Gespräches ausführte. Wie alle anderen Musikschulen im Bundesgebiet haben auch die Schaumburger Märchensänger angesichts der demografischen Entwicklung und rückläufiger Geburtenzahlen Sorgen mit dem Nachwuchs. „Wir müssen uns den Gegebenheiten anpassen und neue Wege suchen, welche auch immer“, sagte Tebbe. Die Schüler müssen früher zu uns kommen und älter aufhören“, ergänzte Wuttke. Und hat bereits reagiert: Seit kurzem gibt es an der Musikschule Musik für Babys und Kurse für Ältere oder Senioren, die ihre Musikkenntnisse wieder auffrischen und Musik machen wollen.
Davidovic wurde 1972 in Rijeka (Kroatien) geboren, machte sein Abitur am Musikgymnasium in Maribor, studierte zunächst Dirigat, Klavier und Akkordeon in Kiew in der Ukraine und kam 2000 zum Aufbaustudium an die Hochschule für Musik und Theater Hannover. Dort war er Schüler von Prof. Eiji Oue (Orchesterdirigieren), Prof. Walter Nussbaum (Chorleitung) und Prof. Martin Brauß (Korrepetition). Seit 2001 leitete er mehrere Chöre und Projekte in und um Hannover. Fünf Chöre dirigiert er derzeit noch, zwei wird er für Bückeburg aufgeben.
© Schaumburg-Lippische Landeszeitung vom 9.9.2009
Foto: rc
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